• Sonja Lechner

"Ich kann nicht malen" - Anfänger willkommen und nur Mut!

Oft höre ich im Gespräch mit Freunden und Bekannten den Satz "Ich kann nicht malen, hab schon in der Schule nichts gekonnt." Für mich als Zeichenlehrerin echt traurig, denn ich bin der absoluten Überzeugung, dass jeder malen und zeichnen kann. Wenn wir uns mit den alten Meistern, den Großen der Malerei oder Grafik vergleichen, dann entsteht schnell das Gefühl, das kann ich nicht, wie untalentiert bin ich.


Nur: wer vergleicht sich schon ständig mit den Profis, den "Göttern" in ihrer Disziplin? Würden wir auf der Schipiste einen x-beliebigen Schifahrer fragen, ob er so gut fährt wie Hermann Maier, dann würde der entspannt verneinen und weiter zufrieden und glücklich seine Kurven ziehen. Die Hobby-Fußballer, die am Platz herumflitzen, vergleichen sich nicht mit Diego Maradona oder Lionel Messi (warum ich jetzt gerade die beiden anführe - keine Ahnung, das waren die ersten, die mir als Nicht-Fußballfan einfielen). Kein Schwimmer hört auf, weil er nicht so gut wie XY ist, kein Radfahrer lehnt sein Rad in die Ecke, nur weil er langsamer ist als irgendwer.


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Lange kreative Pause - auf dem Styrian Summer wieder mit Aquarellfarben gestartet!

Aber wenn es um die Kunst geht, dann ist er schnell da: der Zweifel, der uns unsicher macht und uns schon vor dem Beginn ausbremst. Nicht gut genug, peinlich, so schlecht.... Warum wir uns hier vergleichen und nicht einfach Spaß daran haben wie beim Radfahren? Ehrlich gesagt keine Ahnung, auch ich ertappe mich immer wieder mal im Vergleichen, besonders wenn ich mit einer neuen Technik beginne, etwas ausprobiere. Das Internet ist da ja Freund und Feind - einerseits gibt es uns die Möglichkeit Inspirationen zu sehen, Ideen zu holen und Tipps zu bekommen, andererseits lockt es zum Vergleich. Besonders auf den Sozialen Medien wie Instagram oder Pinterest, wo Bilder im Zentrum stehen.


Mein Tipp an euch: legt einfach los, probiert aus und bemüht euch, so wenig wie möglich zu vergleichen. Es wird immer jemanden geben - ob früher auf der Schulbank neben euch, natürlich im Museum oder im Internet - , der aus eurer Sicht "besser" ist. Aber wir sind in keinem Wettbewerb, sondern auf der Suche nach einem Hobby, einem Ausgleich zum Job oder einfach einer Entspannungszeit und dafür versuchen wir uns in Techniken, probieren wir Motive und lernen so nebenbei ganz viel über uns und die Welt ringsum!


Mit meiner "Anfänger-Serie" möchte ich euch motivieren, Stift, Farbe und Papier in euren Alltag zu lassen. Kleine Inseln der Kreativität schaffen. Freude finden und das Tun genießen. Ich freu mich auf euch!

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